Mit HDR kann man fantastische Bilder erstellen, doch wofür passt es am Besten?

Ich wurde in letzter Zeit OFT gefragt, was HDR eigentlich genau ist, und wann/wie man es am besten einsetzt? Die Antwort ist per Definition ist einfach: High Dynamic Range bedeutet, eine Reihe von Bildern unterschiedlicher Belichtung, von hell bis dunkel, also über- bis unterbelichtet, in schneller Reihenfolge aufzunehmen. Diese Belichtungsreihe wird dann zu einem HDR-Foto kombiniert, welches das beste aus jedem einzelnen Foto unterschiedlicher Belichtung beinhaltet.

Indem Teile aus überbelichteten, unterbelichteten und ausbalancierten Fotos zusammengefügt werden, entstehen ausdrucksstarke, „dramatische“ Bilder mit wunderschön ausbalancierten Schatten und Lichtern! Einfach gesagt kann man mit HDR-Bildern mehr Belichtungsinformationen aufnehmen und zeigen, als es mit üblichen Bildsensoren mit einem einzelnen Foto möglich wäre.



Warum man HDR nutzen sollte? Nun ja, ohne HDR ist man häufig einem der folgenden Szenarien ausgesetzt: Entweder das Hauptmotiv ist super beleuchtet und der Rest eher verwaschen, oder der Hintergrund ist perfekt belichtet, aber das Hauptmotive zu dunkel und aus dem Fokus gerückt.

Jetzt kommt die Frage nach dem „Wann“. Es gibt eine Unmenge an Situationen, in denen HDR von Vorteil ist. Ich werde jetzt ein paar aufzählen. Aber bitte beachte, dass es keine starren Regeln gibt - manchmal jedoch kann nur HDR alle Details toll hervorbringen und deinen Fotos den Wow-Effekt verleihen.

Wann HDR genutzt werden sollte

Landschaftsaufnahmen können fast immer von HDR-Fotografie profitieren! Weitläufige Landschaften mit großem Kontrastunterschied zwischen Himmel und Grund eignen sich perfekt für HDR. Es ist mit vielen Kameras sonst schwierig, alle Details der Landschaft einzufangen, ohne dass der Himmel ausgewaschen und überbelichtet wirkt – oder eben umgekehrt.

Porträts in hellem Sonnenschein sind auch mehr als interessant für HDR. Jetzt denkst du bestimmt „Wozu ist HDR gut, wenn durch die Sonne doch genügend Licht auf die Person fällt?“ Nun, manchmal kann hartes/helles (Sonnen-) Licht tiefe Schatten und extreme Spitzlichter verursachen, wenn nur ein „ausbalanciertes“ Foto gemacht wird. Eine schnell geschossene Belichtungsreihe hingegen fängt alle Details ein und erzeugt eine viel gleichmäßigere Ausleuchtung.

Wann HDR nicht genutzt werden sollte

Besonders kontrastreiche Szenen bspw. in der “Street Photography“ eignen sich meist weniger für HDR. Silhouetten oder große, tiefe Schatten stehen oft im Fokus des Bildes und wirken einfach besser, wenn der Kontrast betont hoch bleibt. HDR würde sie flacher und somit weniger interessant erscheinen lassen.

Viel Bewegung im Foto wird als HDR wahrscheinlich weniger temporeich aussehen. Es könnte verschwommen wirken, wenn dein Hauptmotiv im Vordergrund oder mittig platziert ist, bspw. Menschen laufen, Autos durch das Bild fahren oder bei Wind & Wetter sich das Gras bewegt oder Laub durcheinander gepustet wird. Das hat einen einfachen Grund: Alle Objekte ändern während der Aufnahme der Belichtungsreihe mindestens leicht ihre Position. Das kann beim Zusammenfügen Ergebnisse geben.

Auch bei hellen und lebendigen Farben könnte HDR keine gute Wahl sein. In Situationen in denen es zu hell oder zu dunkel ist, kann HDR wahre Wunder bewirken, wenn du blasse/verlorene Farben zurückholen möchtest. Wenn du aber in gut ausgeleuchteter Umgebung „farbenfroh“ fotografierst, könnte HDR Farben auswaschen und ein trübes oder flaches Bild erzeugen.

Zusammenfassung

Seit dem Durchbruch der Digitalkameras - ohne teure Filmentwicklungen, aber einfachen Aufnehmen von Belichtungsreihen & günstigen Speicherlösungen – ist es kein Problem mehr, bei jedem Streifzug auch ein, zwei Belichtungsreihen aufzunehmen. Egal, was du gerade fotografierst, mit HDR kann etwas Neuartiges, Wunderschönes entstehen, das du vielleicht irgendwann mal gut brauchen kannst. Glückliche Zufälle gibt es doch immer mal wieder! 

Wenn du Landschaften, Porträts, Interior/Architektur fotografierst, weißt du, dass HDR dir gute Dienste leisten kann. Also knips los! Du wirst mit Fotos nach Hause kommen, mit denen du für deine perfekte Foto-Story erzählen kannst.